Mitteilung Nr. 11 an die Angehörigen von Heimbewohnern*innen des Martinsheims in Mals

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

Immer noch sind wir meilenweit von einem normalen Heimalltag entfernt. Wie es aussieht und wenn die Prognosen der Experten nur annähernd zutreffen, ist bis aufs weitere auch keine Entwarnung in Sicht.

Die Regierung in Rom hat kürzlich den nationalen Covid-Notstand bis zum 15.10.2020 verlängert. Überall sind die Infektionszahlen wieder im Steigen, auch in unserem Land. Das Robert-Koch-Institut in Berlin hat jüngst von einer zweiten Infektionswelle ausdrücklich gewarnt.

Wir alle wissen, dass die Menschen, die unserer Obhut anvertraut sind, zur besonderen Risikogruppe gehören. Unser Auftrag ist, sowohl den gesundheitlichen Schutz als auch das körperliche und geistige Wohlbefinden unserer Heimbewohner*innen zu garantieren. Schließt das eine das andere aus? Oder gibt es den sog. goldenen Mittelweg? Ist es moralisch vertretbar, die Vereinsamung und Verarmung der Heimbewohner*innen zu Lasten eines angemessenen Gesundheitsschutzes in Kauf zu nehmen? Oder ist es statthaft, zugunsten eines selbstbestimmten und sozial verträglicheren Lebensabends den gesundheitlichen Aspekt zu vernachlässigen? Beides, der Gesundheitsschutz und die Fürsorge, sind von der Verfassung gleichwertig geschützte Bürgerrechte. Wie nun umgehen mit diesem Gewissens- und Entscheidungskonflikt. Hier darf jeder seine eigene Meinung dazu haben. Und das ist gut so.

Nichtsdestotrotz muss unser Handeln auf einem rechtlich basierten Fundament fußen. In diesem Falle ist es nach wie vor der Beschluss der Landesregierung N.469 vom 30.06.2020, der die Wiederaufnahme der Tätigkeit in den Seniorenwohnheimen regelt.

Auszug aus dem besagten Beschluss der Landesregierung:

[… Besucher/Besucherinnen müssen immer auf die Einhaltung des vorgegebenen Sicherheitsabstandes achten.]

Weiters [Angehörige sind regelmäßig an ihre Verantwortung gegenüber den Senioren/Seniorinnen zu erinnern und darauf aufmerksam zu machen, dass dazu auch ein konsequentes Verhalten zur Verhinderung der Verbreitung des Virus gehört, damit das Virus nicht ins Heim gebracht wird.]

Wir dachten, mit der getroffenen Besuchsregelung (siehe Mitteilung N.10 vom 18.6.2020) einen guten Kompromiss gefunden zu haben. In der Anfangsphase wurden die Vorgaben – besonders was die Abstandsregelung anbelangt – sehr genau eingehalten. Für dieses Verständnis bedanken wir uns bei allen, die sich an die Vorgaben gehalten haben.

In letzter Zeit nehmen es einige der Besucher*innen mit dieser Abstandsregelung nicht mehr genau und versuchen, diese zu unterlaufen, indem sie den direkten körperlichen Kontakt zur/m Heimbewohner*in suchen. Wenngleich dies durchaus eine verständliche Reaktion ist, gefährdet ein solches Verhalten die Gesundheit unserer Heimbewohner*innen und Mitarbeiter*innen. Im Falle einer Infektion stellt sich dann für uns Verantwortliche auch die Haftungsfrage.

Deshalb richten wir an Sie den Appell: Bitte halten Sie sich an die geltenden Besuchsregeln. Dadurch schützen Sie sich selbst, Ihre Angehörigen und unsere Mitarbeiter*innen.

Die kürzlich angebrachte Plexiglas-Scheibe zwischen Heimbewohner*in und Besucher*in zum Schutze Ersterer hat sich in der Realität als nicht wirksames Mittel gezeigt, da auch dieses umgangen wird. Zudem ist die Kommunikation wesentlich erschwert. Deshalb wurde entschieden, wieder zur vorherigen Besuchsregelung, d.h. Wahrung des Abstandes mit Mund-Nasen-Schutz in den ausgewiesenen Besucherzonen (wahlweise im Außenbereich oder Innenbereich) und ohne Plexiglas-Trennung, zurückzukehren.

Wir möchten nicht durch das Fehlverhalten einiger Besucher*innen die ohnehin sehr eingeschränkte Besuchsregelung noch rigider gestalten müssen und damit auch jene treffen, die sich rigoros an die Besuchsregeln halten. Unsere Mitarbeiterinnen sind deshalb angehalten, auf die Einhaltung der Abstandsregelung zu achten. Bei Nichtbeachten dieser Regeln müssen wir gezwungenermaßen von unserem Hausrecht Gebrauch machen und das Besuchsrecht widerrufen. Eine Maßnahme, die wir ungern ergreifen möchten, aber zum Schutze der anderen Heimbewohner*innen und Mitarbeiter*innen ergreifen müssen. Deshalb bitten wir Sie: Halten Sie unbedingt den vorgeschriebenen Abstand ein und tragen Sie stets den Mund-Nasen-Schutz.

Da die Akustik im Innenbereich sehr schlecht ist, gerade wenn zeitgleich beide Besucher-Zonen besetzt sind, werden wir in den nächsten Tagen geeignete Maßnahmen ergreifen, um ein angenehmeres Raumklima zu schaffen.

Bei dieser Gelegenheit weisen wir darauf hin, dass pro Besuch bis zu 2 Erwachsene und 1 Kind (bis 14 Jahre) erlaubt sind. Natürlich können auch 1 erwachsene Person und 2 Kinder das Besuchsrecht in Anspruch nehmen.

Zudem kommt es in letzter Zeit vermehrt vor, dass vereinbarte Besuchstermine nicht pünktlich oder überhaupt nicht wahrgenommen werden; letzteres ohne vorher Bescheid zu geben. Der/Die betroffene Heimbewohner*in und unsere Mitarbeiterin warten dann vergeblich. Zudem könnten wir den ausgefallenen Termin – auch kurzfristig – neu vergeben. Deshalb unsere Bitte an Sie:  Seien Sie pünktlich. Teilen Sie uns rechtzeitig mit, wann ein vereinbarter Besuchstermin nicht wahrgenommen werden kann.

Kleine Geschenke können Zeichen der Liebe, des Dankes und der Wertschätzung sein. Diese Gesten sind im sozialen Kontext äußerst wichtig. Deshalb nehmen wir dieses Thema auch sehr ernst und wollen im Rahmen des Möglichen Geschenke zulassen.

Die bisherige Regelung ist – so glauben wir – ein guter Kompromiss. Erlaubt sie doch kleine Geschenke für unsere Heimbewohner*innen, die im Rahmen der Besuche übergeben werden können.

Nicht möglich sind derzeit noch Blumengeschenke und unverpackte Lebensmittel, ausgenommen original verpackte Backwaren wie Kekse, Teegebäck u.ä., sowie originalverpackte Confisserie wie Pralinen und Schokolade. Lebensmittel, die vakuumiert sind, können ab nun ebenfalls mitgebracht werden.

Wäschestücke müssen vorgewaschen werden, bei mind. 60 % unter Beigabe eines Bleichmittels.

Gebrauchsgegenstände wie Rasierklingen, Kosmetika, Batterien, und sonstige Kleingegenstände können selbstverständlich ebenso mitgebracht werden.

Alle Gegenstände werden von den Mitarbeiterinnen in Empfang genommen und am nächsten Tag, nach entsprechender Desinfizierung, dem/r Heimbewohner*in übergeben.

Bei dieser Gelegenheit erinnern wir Sie an Ihre Eigenverantwortung bei den Besuchen und wir bitten Sie, das besondere Risiko, dem unsere Bewohner*innen ausgesetzt sind, bei allen Aktivitäten im Auge zu behalten und sich an die Vorgaben zu halten.

Wir bedanken uns bei Ihnen für Ihr Verständnis.

 

Freundlichst

Der Präsident                                                                                  Die Direktorin

 

Konrad Raffeiner                                                                            Dr. Roswitha Rinner

 

 

Download
Mitteilung Nr.11 an die Angehörigen von Heimbewohnern*innen des Martinsheims in Mals
11_Angehörige_Mitteilung N.11-signed-sig
Adobe Acrobat Dokument 355.2 KB

 

 

ÖBPB Martinsheim Mals im Vinschgau

APSP Martinsheim Malles Venosta

Seniorenwohnheim | residenza per anziani

Bahnhofstraße | Via Stazione 10

39024 Mals | Malles Venosta

 

T 0473/843200

F 0473/843201

www.martinsheim.it

info@martinsheim.it

PEC martinsheim@legalmail.it

 

Steuernummer 82006570210 Codice fiscale

Mwst Nr. 01246360216 Partita IVA

Codice ATECOFIN: 85310

Codice ATECO: Q873000

 

 

eindeutiger Ämterkodex

Codice Univoco Ufficio

UFPCPF